Im Smithsonian

Posted 24. Mai 2009 by peterwanner
Categories: Uncategorized

spielt der Fim, der in dieser Woche auch in Heilbronn angelaufen ist, “Nachts im Museum 2″. Das wollte ich mir dann doch genauer ansehen.

Die Heilbronner Stimme schrieb: Das Smithsonian ist das größte Museum der Welt. Knapp vorbei ist halt auch daneben – der größte Museumskomplex der Welt verteilt sich auf 19 Einzelmuseen, etliche davon entlang der National Mall in Washinbgton D.C., auf einer Entfernung von mehreren Kilometern. Mit diesen Entfernungen geht auch der Film sehr frei um, aber immerhin spielt das alte Smithsonian Castle die Hauptrolle, und durch manche der unterirdischen Flure bin ich schon gestiefelt. Natürlich wissen wir Clussies es besser!

Und der Übersetzerlapsus “Archiv” statt “Magazin” oder “Depot” für das englische Wort “storage”! Grausig. Trotzdem hat uns der Film Freude gemacht…

Madame Eugénie im Unterland

Posted 10. Mai 2008 by peterwanner
Categories: Heilbronn, Stadtgeschichte

Gespannt war ich am vergangenen Mittwoch auf die Vorpremiere des Films “Madame Eugénie im Unterland” in der VHS Heilbronn – das Thema der deutsch-elsässisch-französischen Lebensläufe interessiert mich, und schon lange trage ich die Ausarbeitung und Präsentation eines solchen mit mir herum.

Die Dokumentarfilmerinnen Simone Heyder und Almut Röhrl – so der Ankündigungstext für die Vorpremiere – erzählen “ein Stück deutsch-französischer Familiengeschichte.” Erwartet habe ich deshalb einen Film über das Leben einer Elsässerin im Heilbronn der fünfziger Jahre, “Mit d’Zigartett im Mund und Lockenwickler im Haar”, wie der Programmtext schwärmt, illustriert mit historischem Bildmaterial. Stattdessen lag der Fokus auf der Gegenwart, auf dem aktuellen Leben der Familie in zwei benachbarten Ländern, mit langen Einstellungen auf Landschaften und auf das Blutwurst-Machen in einem elsässischen Gasthof, auf Familienpalaver und auf Küchenhektik, mit viel O-Tönen und wenig tiefer gehendem Inhalt.

Dennoch geht es auch um Heilbronner Stadtgeschichte, und interessant ist der Blick der beiden Filmemacherinnen auf diese Stadt und die Stadtviertel zwischen der Böckinger Schanz und dem “Hawai”, die sonst wenig gezeigt werden.

Austrahlung des Films am Montag, 12. Mai 2008, 19:00 Uhr im SWR Fernsehen

“Eine Ausstellung, die mehr tut, als Bilder an die Wand zu nageln …”

Posted 10. April 2008 by peterwanner
Categories: Ausstellung, Heilbronn, Stadtgeschichte

Jörn Borchert schreibt in seinem Blog “Kulturelle Welten” über die Impressionismus-Ausstellung in Köln:

“In Köln [...] konzentriert [man] sich auf die Basics der Malerei und veranstaltet wohl erstmalig in einem deutschen Kunstmuseum eine Ausstellung, die mehr tut, als Bilder an die Wand zu nageln.” Und am Ende seiner begeisterten Auasstellungsbesprechung heißt es: “Das zeitigt nicht nur Erkenntnisse, die gewöhnliche Kunstausstellungen nicht liefern, sondern holt die Kunstwerke vom hohen Sockel der Kunst, lässt sie als inspirierende Artefakte erscheinen [...]“.

Der Unterschied zwischen dem Begriff “Ausstellung” im Kunstmuseum und in allen anderen Arten von Museen beschäftigt mich seit langem. An verschiedenen Stellen habe ich formuliert, dass auch ein Kunstwerk Teil der vergangenen Lebenswelt ist und über den ästhetischen Genuss hinaus nur im Kontext der historischen Erzählung verstanden werden kann. Eine Präsentation an der nackten Wand, als erklärendes Medium nur ein Texttäfelchen mit Titel des Werks und Lebensdaten des Künstlers, lässt den kunsthistorisch nicht oder wenig vorgebildeten Besucher mit dem Kunstwerk alleine. Auch Führer und Audioguides ersetzen nicht die Erzählung, die Geschichte, in die das Kunstwerk ebenso wie jedes andere Exponat gehört.

Dies gilt gerade für Werke der Moderne, die nach dem Bruch mit dem Mimesisgebot Wirklichkeit verzerren, verfremden, abstrahieren, die sich dem einfachen ästhetischen Genuss durch Provokation verschließen und so kunsthistorisch wenig gebildeten Betrachtern fremd bleiben bis hin zur Ablehnung.

Noch stärker befremdet die isolierte Präsentation dort, wo sich der Kunstcharakter von Artefakten allein aus der Deklaration als Kunst durch den Künstler ergibt – ein Filzanzug wird nur dadurch zum Kunstwerk, dass Joseph Beuys ihn zu einem solchen erklärt und in einen Interpretationsrahmen eingefügt hat. Dies muss eine Ausstellung solcher Artefakte berücksichtigen: Ohne Beuys kann nur der Gebildete den Kunstcharakter erkennen, weil er weiß, dass der Anzug ein Kunstwerk von Beuys ist, weil er weiß, welche Bedeutung Joseph Beuys in der Bildenden Kunst der Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg hat.

Die Isolierung von Kunstwerken in Ausstellungen von anderen Artefakten und Medien ist künstlich und letztlich Ausfluss der bürgerlichen Ästhetik des 19. Jahrhunderts. Diese Isolierung kann jedoch in einem Ausstellungskontext aufgehoben werden, in dem die gesamte vergangene Lebenswirklichkeit gezeigt und erzählt werden soll.

Peter Wanner

Neu auf p-wanner.de

Posted 26. März 2008 by peterwanner
Categories: Flein, Regionalgeschichte

Der Vortrag, den ich beim Neujahrsempfang des Heimatvereins Flein gehalten habe, kann jetzt unter http://www.p-wanner.de/fleiner_geschichte/index.htm nachgelesen werden – einschließlich der meisten Abbildungen.

PW

Stadtgeschichte als Podcast?

Posted 26. März 2008 by peterwanner
Categories: 19. Jahrhundert, Regionalgeschichte

Es ist ein Experiment: Seit 15 Jahren liegt ein Manuskript bei mir, dessen Veröffentlichung schon damals angekündigt war, aber aus finanziellen und zeitlichen Gründen nie realisiert wurde. Damals gab es noch kein Internet, und so wäre nur eine gedruckte Publikation möglich gewesen.

Über eine Veröffentlichung im Internet habe ich mir lange keine Gedanken gemacht – am Bildschirm lesen ist unbequem, und einen so langen Text über den je vorhandenen Arbeitsplatzdrucker ausgeben ist auch nicht sehr attraktiv. Aber den Text anhören? Es handelt sich um einen autobiographischen Bericht aus dem 19. Jahrhundert, ein Leben voller Abenteuer, voller Leiden und voller Erfolge. Schwer zu lesen, aber vielleicht spannend zu hören?

Es ist ein Experiment, eine historische Quelle als Podcast, die nach und nach veröffentlicht wird, in kleinen Häppchen. Sie findet sich hier: http://www.p-wanner.de/podcast.

Peter Wanner

Stadtgeschichte – Gedanken, Thesen und Miszellen

Posted 14. Februar 2008 by peterwanner
Categories: Heilbronn, Stadtgeschichte

Seit 1995/96 habe ich meine Arbeit und mich im Internet präsentiert – für mich als freier Historiker das ideale Aushängeschild. Inzwischen hat sich das Netz gewandelt; obgleich es auch damals schon Mitmach-Netz war, hat Web 2.0 neue Möglichkeiten geschaffen, sich einzubringen und auszutauschen – auch für den Historiker.

Nach ersten Erfahrungen mit einem Blog (des Historischen Vereins Heilbronn) werde ich in den kommenden Monaten versuchen, dieses Medium in Ergänzung zu der Website http://www.p-wanner.de auch für mich zu nutzen. Kommentare und Widersprüche sind willkommen.

Peter Wanner