Flein 1514 oder 1517 – auf der Suche nach einem (verpassten?) Jubiläum

Viele Heimatforscher lieben es geradezu, nach runden Jahrestagen zu suchen, die Anlass für eine Jubiläumsfeier bieten könnten. Darüber war hier an dieser Stelle schon vielfach die Rede. Leider stoßen wir Historiker bei der Überprüfung solcher Jubiläumswünsche oft darauf, dass die historischen Daten nicht eindeutig sind – wie im Landkreis Heilbronn aktuell die 1250-Jahr-Feiern mehrerer Gemeinden und Städte, deren Ersterwähnungen auf Schenkungen zur Zeit König Pippins an das Kloster Lorsch zurückgehen (und deren Datierung nach Regierungsjahren Pippins strittig ist; aber vielleicht gibt das noch ein eigenes Thema im wieder auflebenden Blog).

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Der Untergang der „Titanic“

In der Nacht vom 14. auf den 15. April 2012 jährt sich der Untergang der Titanic zum 100. Mal. Das Thema wird im Moment von allen Medien gerne aufgegriffen. Aber auch in der Lokalgeschichte kann so ein Ereignis Eingang finden. Den folgenden  Text habe ich 1997 für das Gemmrigheimer Heimatbuch geschrieben:

Das Leben des Bäckers und Wirtes Fritz Zürn hat in Gemmrigheim viel Stoff für Erzählungen gegeben – Fritz Zürn wurde in den fünfziger Jahren als Überlebender des Untergangs der „Titanic“, der berühmtesten Schiffskatastrophe der Welt, gefeiert.

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Die schwierige Zukunft der Kultur-, Geschichts- und Heimatvereine (3)

Heute nachmittag wurde in der Ausschuss-Sitzung einmal mehr über die Zukunft des Vereins diskutiert; über den jährlichen Mitgliederschwund; die zunehmende  Überalterung; ich habe hier schon einmal darüber geschrieben. Aber es herrschte nicht nur Ratlosigkeit: Neue Ideen wurden erkennbar, eine Veränderung, Ergänzung der Angebote des Vereins überlegt, nicht nur Exkursionen und Vorträge.

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Kleine Schritte – die schwierige Zukunft der Kultur-, Geschichts- und Heimatvereine (2)

Es sind kleine Schritte, aber vielleicht wirken sie auf Dauer ja doch: Nachdem ich schon vor bald 5 Jahren (!) beim Historischen Verein Heilbronn über den Einsatz des Web 2.0 im Fach Geschichte referieren durfte (und ja, natürlich ist das Schnee von gestern, wenn man den Text dort nachliest!), macht der Verein jetzt die ersten Schritte mit Blog und Weiterleitung nach Facebook und Twitter.

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Die schwierige Zukunft der Kultur-, Geschichts- und Heimatvereine

Gerade habe ich den Fragebogen ausgefüllt, den einer der kulturhistorischen Vereine im Land in diesen Tagen an seine Mitglieder verschickt hat – „ein Verein, der wie andere auch, mit Problemen wie etwa ungenügendem Zustrom jüngerer Mitglieder, Rückgang der Mitgliederzahl, Schmälerung der Vereinsfinanzen und mit Problemen in der Außendarstellung zu kämpfen hat.“

So formuliert das Begleitschreiben die Situation in allen diesen Vereinen. Mit versandt wurde ein  „Positionspapier“, das mit den Worten beginnt: „Der Begriff Heimat hat wieder vermehrt Konjunktur“ […].

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Auf dem Weg zum Haus der Stadtgeschichte

„Viele sagen: Das alte Gebäude war schön. Ich sage: So ist die deutsche Geschichte nicht. Deutsche Geschichte ist nicht schön.“

Gorch Pieken (Militärhistorisches Museum Dresden, zit. n. Der Spiegel 27/2011, S. 106)

Seit die stadtgeschichtlichen Ausstellungen des Stadtarchivs Heilbronn geschlossen sind, sprechen mich immer wieder Menschen darauf an, wie denn die neue Ausstellung werden würde. „Ach Herr Wanner,“ heißt es dann, „die alte Ausstellung war halt so schön!“

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Facebook, Twitter & Co.

„Ich habe keine Facebook-Seite. Ich twittere nicht.“

Das sagte der amerikanische Autor und Softwarespezialist Daniel Suarez („Daemon“) in einem Interview mit dem Kultur-Spiegel (Heft 7-2010, S. 17). Im Kontext des Zitats ging es um die Kontrolle über die eigenen Daten – ein Aspekt in Bezug auf die sozialen Netzwerke.

Der Satz von Daniel Suarez galt bislang auch für mich: Ich hatte keine Facebook-Seite. Ich habe nur mal probeweise getwittert. Das war zwar nicht up-to-date, aber es beginnt sich zu ändern.

Zunächst einmal aktuell: Unser Projekt Haus der Stadtgeschichte Heilbronn startet mit einer eigenen Facebook-Seite.

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Deutschland und der Islam

In diesen Tagen brandet wieder die Diskussion auf, ob der Islam historisch zu Deutschland gehört oder nicht. Da fällt mir zunächst  dieses Bauwerk ein, als  ein 1779-1796 erbauter Kommentar dazu. Und vor einigen Wochen habe ich einen Vortrag über „Heilbronn und die Türkei“ gehalten, mit etlichen Beispielen aus mehr als fünf Jahrhunderten, am beeindruckendsten sicher das Bildnis des Sultans Süleyman I. am Turm der Heilbronner Kilianskirche aus den Jahren vor 1529. Die gedruckte Fassung des Vortrags erscheint im nächsten Band der „heilbronnica“, eine Zusammenfassung gab es in der Heilbronner Stadtzeitung 23 (2010) vom 18. November 2010 auf S. 11 f.

Es gibt gerade im stadthistorischen Bereich viele Belege für die Auseinandersetzung mit dem Islam. Das Bild wandelte sich dabei mehrfach – vom Krieg gegen die Türken im ausgehenden Mittelalter und der frühen Neuzeit über die Faszination der fremden Kultur und Religion im 18. Jahrhundert bis hin zu vielfältigen Berührungspunkten im 20. Jahrhundert. All das gehört zur deutschen Geschichte. Und 1957 kamen mit den „Heuss-Türken“ die ersten islamischen Gastarbeiter der Nachkriegszeit nach Deutschland. Am 31. Oktober 2011 wird das Anwerbeabkommen mit der Türkei 50 Jahre alt – also spätestens seit 1961 tragen Menschen islamischen Glaubens zur deutschen Geschichte bei.

Fotos historischer Orte – persönliche Geschichtsbilder

Seit einiger Zeit habe ich unter http://histfoto.wordpress.com einen Fotoblog begonnen – aus den Fotos, die ich so mache (und im Lauf der Jahre gemacht habe) die herauszugreifen, die Historisches zeigen, Orte, Städte, Gebäude, Denkmäler, Details am Wege. Zunächst unsystematisch, als Panorama der persönlichen Wege und Sichtweisen. Über die Kategorien zunehmend auch systematisch erschließbar.

Manchmal mit historischen Informationen, Überlegungen, Miszellen, als Ergänzung des Stadtgeschichte-Blogs mit anderen Mitteln.