Gespannt war ich am vergangenen Mittwoch auf die Vorpremiere des Films „Madame Eugénie im Unterland“ in der VHS Heilbronn – das Thema der deutsch-elsässisch-französischen Lebensläufe interessiert mich, und schon lange trage ich die Ausarbeitung und Präsentation eines solchen mit mir herum.

Die Dokumentarfilmerinnen Simone Heyder und Almut Röhrl – so der Ankündigungstext für die Vorpremiere – erzählen „ein Stück deutsch-französischer Familiengeschichte.“ Erwartet habe ich deshalb einen Film über das Leben einer Elsässerin im Heilbronn der fünfziger Jahre, „Mit d’Zigartett im Mund und Lockenwickler im Haar“, wie der Programmtext schwärmt, illustriert mit historischem Bildmaterial. Stattdessen lag der Fokus auf der Gegenwart, auf dem aktuellen Leben der Familie in zwei benachbarten Ländern, mit langen Einstellungen auf Landschaften und auf das Blutwurst-Machen in einem elsässischen Gasthof, auf Familienpalaver und auf Küchenhektik, mit viel O-Tönen und wenig tiefer gehendem Inhalt.

Dennoch geht es auch um Heilbronner Stadtgeschichte, und interessant ist der Blick der beiden Filmemacherinnen auf diese Stadt und die Stadtviertel zwischen der Böckinger Schanz und dem „Hawai“, die sonst wenig gezeigt werden.

Austrahlung des Films am Montag, 12. Mai 2008, 19:00 Uhr im SWR Fernsehen