Ich weiß: In den Medien der Web 2.0-Welt zählt vor allem die Kontinuität. Und die kollidiert durchaus mit dem Alltag, dem beruflichen wie dem privaten. So war es auch mit meinem Experiment, eine lokalhistorische Quelle in Form eines „Podcasts“ zu präsentieren, das ich vor gut 2 Jahren am dieser Stelle gestartet habe und das dann liegen bleiben musste.

Immerhin: Das Experiment war so vielversprechend, dass ich in der zweiten Stufe ein ähnliches Projekt auf professionellerer Ebene realisiert habe (vgl. den „Cluss-Podcast“ mit Auszügen aus dem Briefwechsel zwischen dem Heilbronner Adolf Cluss und Karl Marx, Friedrich Engels, Wilhelm Wolf, Joseph Weydemeyer und anderen). Dort ist auch schon eine 2. Staffel vorproduziert, die in absehbarer Zeit online gehen wird.

Das Medium eignet sich nach den bisherigen Erfahrungen gerade für subjektive Textsorten – Briefwechsel, Tagebuch oder eben Autobiographisches und Zeitzeugenberichte. Urkunden oder Ratsprotokolle wären womöglich weniger überzeugend. Die Produktion kann auch mit einfachen Mitteln erfolgen, wenngleich professionelle Sprecher natürlich vorzuziehen sind. Je nach Textart empfiehlt sich eine zweite Sprechebene, um die Texte in einen Zusammenhang zu setzen, Aussagen wo notwendig zu relativieren, Bezüge über den Einzelfall hinaus zu schaffen.

Aktuell werde ich versuchen, durch ein Upgrade der „Studiotechnik“ den Lebensbericht von Johann August Engelhardt vorwärts zu treiben, der zur Zeit noch immer in Dänemark weilt und seine großen Abenteuer auf See und in Mittelamerika noch vor sich hat…