So lautet der Slogan der Museen in der Erinnerungsstätte Prora auf Rügen. Wir weilen im Urlaub und werden auch hier mit lokaler Geschichte und ihrer Vermittlung konfrontiert, wie sollte es anders sein.

In Prora waren wir noch nicht, kommt noch. Aber dieser Slogan ist mir aufgestoßen: „Erinnerungsarbeit ohne Büßerhemd – na und!“

Ganz abgesehen davon, dass Geschichte auch hier als „Arbeit“ betrachtet wird – bei uns im Archivwesen heißt der Begriff „Historische Bildungsarbeit“, als ob die Beschäftigung mit Geschichte nur dann legitim wäre, wenn sie mit Arbeit verbunden ist -, behauptet der Satz, dass „Erinnerungsarbeit“ nach irgendwelchen Normen nur im „Büßerhemd“ möglich sei, wogegen man sich mit dem „na und“ keck-provokant wendet.

Geschichte nichts mit Buße zu tun. Unsere Aufgabe ist es, die Vergangenheit in die Gegenwart zu vermitteln, möglichst vollständig, möglichst nicht eindimensional. Nichts verklärend, nichts verschweigend, aber immer im Bewusstsein, dass jede Beobachtung, jede Betrachtung auch Subjektives wiederspiegelt.

Was also soll dieser Satz? Vermutlich soll er eine einseitige Betrachtung entschuldigen. DDR-Nostalgie? Wir werden sehen, vor Ort, morgen.

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