In diesen Tagen brandet wieder die Diskussion auf, ob der Islam historisch zu Deutschland gehört oder nicht. Da fällt mir zunächst  dieses Bauwerk ein, als  ein 1779-1796 erbauter Kommentar dazu. Und vor einigen Wochen habe ich einen Vortrag über „Heilbronn und die Türkei“ gehalten, mit etlichen Beispielen aus mehr als fünf Jahrhunderten, am beeindruckendsten sicher das Bildnis des Sultans Süleyman I. am Turm der Heilbronner Kilianskirche aus den Jahren vor 1529. Die gedruckte Fassung des Vortrags erscheint im nächsten Band der „heilbronnica“, eine Zusammenfassung gab es in der Heilbronner Stadtzeitung 23 (2010) vom 18. November 2010 auf S. 11 f.

Es gibt gerade im stadthistorischen Bereich viele Belege für die Auseinandersetzung mit dem Islam. Das Bild wandelte sich dabei mehrfach – vom Krieg gegen die Türken im ausgehenden Mittelalter und der frühen Neuzeit über die Faszination der fremden Kultur und Religion im 18. Jahrhundert bis hin zu vielfältigen Berührungspunkten im 20. Jahrhundert. All das gehört zur deutschen Geschichte. Und 1957 kamen mit den „Heuss-Türken“ die ersten islamischen Gastarbeiter der Nachkriegszeit nach Deutschland. Am 31. Oktober 2011 wird das Anwerbeabkommen mit der Türkei 50 Jahre alt – also spätestens seit 1961 tragen Menschen islamischen Glaubens zur deutschen Geschichte bei.