Erfatal-Museum Hardheim

Walter Hohmann im Erfatal-Museum Hardheim

Hollywood bereitet immer wieder historische Stoffe auf, die auch etwas mit unserer Stadt- und Regionalgeschichte zu tun haben – etwa in George Clooneys Film „Monuments Men“ (da ging es um die Kunstsammlungen der Nazis im Salzwerk), in „Sherlock Holmes: A Game of Shadows“ von Guy Ritchie (mit einem frei erfundenen Showdown in Heilbronn, vielleicht wegen der Herkunft von Franz Andreas Mauser aus Sontheim) oder in „Nachts im Museum 2“, der in den Untergeschossen des Smithsonian Castle an der National Mall in Washington DC spielt (und über Adolf Cluss mit Heilbronn verknüpft ist).

Aktuell ist „Aufbruch zum Mond“ von Damien Chazelle mit Ryan Gosling und Claire Foy in den Kinos. Das Thema hat auch einen Heilbronner Bezug durch die Tätigkeit von Dr. Jürgen Schindelin im Rahmen des Apollo-Programms. Viel stärker ist jedoch der Bezug zu Hardheim im Neckar-Odenwald-Kreis und zum dortigen Erfatal-Museum.

Dort wird ein Brief von Wernher von Braun aufbewahrt, in dem dieser bekennt, dass er die Idee der Mondlandefähre bei dem in Hardheim geborenen Raumfahrtpionier Walter Hohmann „geklaut“ hat. Hohmann hatte schon 1927 in einem Aufsatz seine Idee beschrieben, „dass nicht das ganze, für die grosse Reise
ausgerüstete Fahrzeug mit allen Insassen die Landung und den Wiederaufstieg unternimmt, sondern nur eine leichte Art Beiboot mit einem einzelnen Beobachter, während das Hauptfahrzeug den betreffenden Planeten umkreist. Nach erfolgter Rückkehr des Beobachters kann das Beiboot zwecks Gewichtsersparnis abgestossen werden …“.

Merkwürdigerweise spielt der „Vater der Mondlandung“, Wernher von Braun, keine Rolle in dem Film. Seine Dankbarkeit gegenüber dem Weltraumforscher Walter Hohmann hat Wernher von Braun nicht zuletzt dadurch zum Ausdruck gebracht, dass er dafür gesorgt hat, dass ein Krater des Mondes nach Hohmann benannt wurde.

Leider ist das Erfatal-Museum in Hardheim im Augenblick geschlossen, so dass auch die Ausstellung über die Bedeutung von Walter Hohmann gerade nicht besucht werden kann – wir arbeiten daran.