Vor kurzem erschien der gewichtige Band „Deutsche Sportgeschichte in 100 Objekten“, herausgegeben von dem Sportwissenschaftler und Historiker Michael Krüger, Professor an der Universität Münster und Vorsitzender der Deutschen Arbeitsgemeinschaft von Sportmuseen, Sportarchiven und Sportsammlungen e.V. DAGS, und erschienen im J.S. Klotz Verlagshaus.

Auch ein Heilbronner Beitrag hat den Weg in dieses Buch gefunden, neben Artikeln beispielsweise über 300.000 bis 400.000 Jahre alte Speere (die als Jagdwaffen dienten, mit denen aber vorher sicherlich auch geübt und damit Sport getrieben wurde), über Sportabzeichen und Fahnen, Turngeräte und die Torjägerkanone von Lothar Emmerich 1965/66, eines meiner Idole in D-Jugend-Fußball-Zeiten. Aber auch weniger ruhmreiche Objekte fanden Aufnahme, etwa die Spiegel-Ausgabe 37/1987 mit der Titelgeschichte „Tod einer Sportlerin“ über Doping und den Fall der Leichtathletin Birgit Dressel.

Dass auch ein Heilbronner Objekt Aufnahme in diese Walhalla der deutschen Sportgeschichte gefunden hat, ist letztlich dem aus Heilbronn stammenden Architekten Adolf Cluss und dem Cluss-Projekt von 2005/06 zu verdanken. Das Heilbronner Turnfest von 1846, an dem auch Cluss teilgenommen hatte, war seinerzeit Thema eines Symposiums und eines daraus entstandenen Tagungsbandes. Eines der Festalben, die 1846 aus diesem Anlass in Heilbronn erschienen sind, dokumentiert die Bedeutung dieses Turnfests in der Sportgeschichte des 19. Jahrhunderts und nun auch im vorliegenden Band (es ist auch im genannten Symposiumsband von 2006 abgedruckt).

Der Artikel „Das Festalbum von Rudolf Flaigg zum Turnfest in Heilbronn, 1846“ (S. 68-71) aus meiner Feder stellt dieses bemerkenswerte Objekt vor, in dem unter anderem erstmals das „Turnerlogo“ aus den vier F (Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei), angeordnet in der Form eines Kreuzes, abgedruckt war. Der Darmstädter Heinrich Felsing hatte es entworfen und beim Turnfest in Heilbronn vorgestellt. Allerdings war es von der Mehrheit der versammelten Turner verworfen worden.

Kleiner Wehmutstropfen: Aus unerfindlichen Gründen erscheint der Autor des Beitrags trotz der starken Bezugnahme auf Heilbronn im Mitarbeiterverzeichnis des Bandes als „Wanner, Peter, Ludwigsburg“.