Die schwierige Zukunft der Kultur-, Geschichts- und Heimatvereine

Gerade habe ich den Fragebogen ausgefüllt, den einer der kulturhistorischen Vereine im Land in diesen Tagen an seine Mitglieder verschickt hat – „ein Verein, der wie andere auch, mit Problemen wie etwa ungenügendem Zustrom jüngerer Mitglieder, Rückgang der Mitgliederzahl, Schmälerung der Vereinsfinanzen und mit Problemen in der Außendarstellung zu kämpfen hat.“

So formuliert das Begleitschreiben die Situation in allen diesen Vereinen. Mit versandt wurde ein  „Positionspapier“, das mit den Worten beginnt: „Der Begriff Heimat hat wieder vermehrt Konjunktur“ […].

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Auf dem Weg zum Haus der Stadtgeschichte

„Viele sagen: Das alte Gebäude war schön. Ich sage: So ist die deutsche Geschichte nicht. Deutsche Geschichte ist nicht schön.“

Gorch Pieken (Militärhistorisches Museum Dresden, zit. n. Der Spiegel 27/2011, S. 106)

Seit die stadtgeschichtlichen Ausstellungen des Stadtarchivs Heilbronn geschlossen sind, sprechen mich immer wieder Menschen darauf an, wie denn die neue Ausstellung werden würde. „Ach Herr Wanner,“ heißt es dann, „die alte Ausstellung war halt so schön!“

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Facebook, Twitter & Co.

„Ich habe keine Facebook-Seite. Ich twittere nicht.“

Das sagte der amerikanische Autor und Softwarespezialist Daniel Suarez („Daemon“) in einem Interview mit dem Kultur-Spiegel (Heft 7-2010, S. 17). Im Kontext des Zitats ging es um die Kontrolle über die eigenen Daten – ein Aspekt in Bezug auf die sozialen Netzwerke.

Der Satz von Daniel Suarez galt bislang auch für mich: Ich hatte keine Facebook-Seite. Ich habe nur mal probeweise getwittert. Das war zwar nicht up-to-date, aber es beginnt sich zu ändern.

Zunächst einmal aktuell: Unser Projekt Haus der Stadtgeschichte Heilbronn startet mit einer eigenen Facebook-Seite.

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Deutschland und der Islam

In diesen Tagen brandet wieder die Diskussion auf, ob der Islam historisch zu Deutschland gehört oder nicht. Da fällt mir zunächst  dieses Bauwerk ein, als  ein 1779-1796 erbauter Kommentar dazu. Und vor einigen Wochen habe ich einen Vortrag über „Heilbronn und die Türkei“ gehalten, mit etlichen Beispielen aus mehr als fünf Jahrhunderten, am beeindruckendsten sicher das Bildnis des Sultans Süleyman I. am Turm der Heilbronner Kilianskirche aus den Jahren vor 1529. Die gedruckte Fassung des Vortrags erscheint im nächsten Band der „heilbronnica“, eine Zusammenfassung gab es in der Heilbronner Stadtzeitung 23 (2010) vom 18. November 2010 auf S. 11 f.

Es gibt gerade im stadthistorischen Bereich viele Belege für die Auseinandersetzung mit dem Islam. Das Bild wandelte sich dabei mehrfach – vom Krieg gegen die Türken im ausgehenden Mittelalter und der frühen Neuzeit über die Faszination der fremden Kultur und Religion im 18. Jahrhundert bis hin zu vielfältigen Berührungspunkten im 20. Jahrhundert. All das gehört zur deutschen Geschichte. Und 1957 kamen mit den „Heuss-Türken“ die ersten islamischen Gastarbeiter der Nachkriegszeit nach Deutschland. Am 31. Oktober 2011 wird das Anwerbeabkommen mit der Türkei 50 Jahre alt – also spätestens seit 1961 tragen Menschen islamischen Glaubens zur deutschen Geschichte bei.

Fotos historischer Orte – persönliche Geschichtsbilder

Seit einiger Zeit habe ich unter http://histfoto.wordpress.com einen Fotoblog begonnen – aus den Fotos, die ich so mache (und im Lauf der Jahre gemacht habe) die herauszugreifen, die Historisches zeigen, Orte, Städte, Gebäude, Denkmäler, Details am Wege. Zunächst unsystematisch, als Panorama der persönlichen Wege und Sichtweisen. Über die Kategorien zunehmend auch systematisch erschließbar.

Manchmal mit historischen Informationen, Überlegungen, Miszellen, als Ergänzung des Stadtgeschichte-Blogs mit anderen Mitteln.

Zur Stuttgarter Ausstellung der „Grauen Passion“

Die Staatsgalerie Stuttgart zeigt zur Zeit in einer Landesausstellung „Hans Holbein d. Ä. Die Graue Passion in ihrer Zeit„. Im Zentrum stehen zwölf Altartafeln, die Holbein um 1500 mit teilweise monochromen Darstellungen der Passion Christi gestaltet hat – ein phantastisches Werk, zentral im Eingangsraum der Ausstellung präsentiert.

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Nachtrag: Prora und die Objektivität

Das bin ich noch schuldig (auch wenn schon wieder Monate dazwischen liegen): Den Bericht über den Besuch in Prora. Bevor also die Erinnerung vollends verblasst: „Erinnerungsarbeit ohne Büßerhemd“ ist wohl tatsächlich so gemeint, dass man sich der DDR-Vergangenheit nicht schämt. Das ist bis dahin auch in Ordnung.

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„Erinnerungsarbeit ohne Büßerhemd – na und!“

So lautet der Slogan der Museen in der Erinnerungsstätte Prora auf Rügen. Wir weilen im Urlaub und werden auch hier mit lokaler Geschichte und ihrer Vermittlung konfrontiert, wie sollte es anders sein.

In Prora waren wir noch nicht, kommt noch. Aber dieser Slogan ist mir aufgestoßen: „Erinnerungsarbeit ohne Büßerhemd – na und!“

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Virtuelle Ausstellung zur Heilbronner Stadtgeschichte

Warum ich schon wieder einige Zeit nichts geschrieben habe? Das Projekt „virtuelle Ausstellung“ hat mich in Atem gehalten – heute haben wir es hier in Heilbronn präsentiert. Es geht dabei darum, die Heilbronner Stadtgeschichte in Form eines Ausstellungskonzepts im Internet zu präsentieren – eine wirkliche virtuelle Ausstellung, wenn man so will, nicht nur ein Internetangebot, das Exponatfotos in irgendeiner Reihung aufführt und sich deshalb Ausstellung nennt.

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In eigener Sache

Letztes Wochenende wurde dieser Blog von den Schweizer Kollegen von histnet.ch zum „Geschichtsweblog des Monats März 2010“ erklärt – super, danke! Aber die Initatoren verbinden damit ja nicht nur eine Würdigung (und das Bekanntermachen) der jeweiligen Aktivitäten, sondern formulieren auch Kritik und ein kleines „Pflichtenheft“. In meinem Fall auf einen Nenner gebracht: Mehr Web 2.0!

Ich werde mich bemühen, wenngleich ich gestehen muss: Manchen Elementen von Web 2.0 stehe ich doch skeptisch gegenüber. Aber das muss an dieser Stelle bei anderer Gelegenheit weiter expliziert werden. Und meine Frequenz ist auch immer wieder verbesserungswürdig. Es soll mir Ansporn sein!